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Environmental Theatre
Theater als Prozeß
Theateranthropologie
Autobiografisches
Workshop
Ritueller Prozeß
und Probenarbeit
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Theatermacher
Richard Schechner
Richard Schechner gründete Ende der sechziger Jahre "The Performance Group" in New York.
Schechner lehrt an der New York City University als Professor für Performance Studies und ist Herausgeber
der Zeitschrift The Drama Review.
Als Theatermacher prägte er den Begriff des Environmental Theatres. Es versucht das
Publikum in die Aufführung einzubeziehen. Die traditionelle Bühne wird aufgelöst. Die Schauspieler agieren
innerhalb der Zuschauer. Die Produktion "Dionysos in 69" basiert auf der Suche nach Partizipations- und
Interaktionsmöglichkeiten des Schauspielers mit dem Publikum.
Anzumerken ist, dass es nicht möglich ist den theatralen Vertrag zwischen Schauspieler und Zuschauer aufzulösen.
Dem Zuschauer kann zwar Möglichkeiten zur Partizipation eingeräumt werden. Dennoch hat der Schauspieler
als derjenige, der die Situation dominiert, das Recht und die Pflicht die Entwicklung des Stückes zu steuern.
Für Schechner ist Theater ein Prozeß, der weit aus mehr als die Aufführung beinhaltet. Schon das Training
vor den eigentlichen Proben findet bei ihm Beachtung. Das Ende einer Auführung definiert
Schechner an dem Punkt an dem die Kritiker veröffentlicht haben.
Für den Schauspieler endet die Aufführung in der cool down Phase, wenn der
Schauspieler mit Freunden oder Kollegen im Restaurant reflektiert.
Als Professor für Performance untersucht Schechner interkulturelle Aufführungszusammenhänge. Er bezieht
unterschiedlichste kulturelle Phänomene in seine Arbeit ein und begründet eine eigene Richtung der Theater-Anthropologie.
Schechner ist an der sozialen Komponente des Aufführungsprozesses interessiert. Er bezieht sich in seinen
Überlegungen auf Methoden der Sozialwissenschaftler, Ethnologen und Anthropologen.
Grotowski verwendete in seinem Training Übungen, die er verschiedenen performing arts Traditionen entlehnte.
Barba untersucht Gesetzmäßigkeiten der performing arts Traditionen, um diese in seinem Theater anzuwenden.
Zuvor begegneten mir seine Schriften in einer Buchhandlung in Indien. Ich erstand sein Werk "From Ramlila
to performative circumstances". Lange Zeit faszinierten mich, die von ihm vorgenommenen Strukturierungsversuche
der Performance Situation.
Schechner lernte ich bei einem Workshop in Berlin kennen. "Ritueller Prozeß und Probenarbeit" bestand aus einem
Training mit Yoga Elementen, einem Performance-Training und Lecture Demonstrations. Der Workshop mündete in einer
Aufführung.
Eine nahe stehende überdachte Markthalle wurde mit einer Aktion im Sinne des unsichtbaren Theaters bespielt.
Ein Schauspieler spielte, jemanden, der seine Geldbörse verloren hatte. Er fragt Passanten und Verkäufer der
Marktstände, ob er seine Geldbörse bei ihnen hat liegen lassen. Die Passanten wurden teilweise von
Schauspielern gespielt. Ziel war es, eine Menschentraube zu bilden, zu der sich mehr und mehr Passanten und
Schauspieler gesellten. Plötzlich taucht ein alter Bekannter auf, der überschwenglich begrüßt wir. Er hat die
Brieftasche gefunden. Von den Schauspielern in der Menschentraube wird das Lied "Ein Freunde, ein guter
Freund" angestimmt. Laut singend löst sich die Menschentraube in alle Richtungen auf.
An diesem Beispiel werden Partizipationsmöglichkeiten des Publikums gezeigt. Genauso klar wird aber
auch die Macht der Schauspieler deutlich, die als einzige die Möglichkeit habe, die Situation weiter zu
entwickeln.
Zudem wird Schechners Vorliebe für Aufführungen an sozialen Orten deutlich.
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