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Kathakali - Indisches Tanztheater
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Autobiografisches
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Kathakali ist eine kodifizierte Form des klassischen indischen Tanztheaters. Mit der Gestik werden
Geschichten erzählt, die nur zu entschlüsseln sind, wenn man den Code der Sprache kennt. Ein europäischer
Zuschauer kann Kathakali nicht entschlüsseln.
Insbesondere die systematischen Übungen der Ausbildung der männlichen Darsteller, die schon in frühen
Jahren beginnt, faszinierte die Theatermacher Eugenio Barba, Jerzy Grotowski und Richard Schechner.
Beispielsweise wird die Mimik im Kathakali systematisch trainiert. Das Gesicht wird in unterschiedliche
Muskeln unterteilt und isoliert bewegt.
Die folgende Definition des Kathakalis wurde dem von Brauneck, M. und Schneilin, G. herausgegeben
"Theaterlexikon" (1986) entnommen.
Kathakali
(Katha = Erzählung; Kali = Tanzschauspiel)
Es besteht aus drei Elementen dem Tanz (nrtta), der Mimik (abhinya) und der Kombination aus den beiden
Elementen(nrtya). Mit Gesang, Gestik und Mimik werden Geschichten und Rollen dargestellt.
Die Charakteristika des Kathakali sind die ausgeprägte Mimik und Gestik, imitative und symbolische
Bedeutungsgehalte; Nritta (festlich, heiterer, ausschmückender Tanz) und Nrittya (erzählender Zanz,
ohne gesprochenes Wort); Einheit von Gesang, Instrumentalspiel, Poesie und tänzerische Darstellung;
Ästhetik der Bahavas (Emotionen des Mimen) und Rasas (Stimmungen, die durch Bahavas ausgelöst werden).
Die Ästhetik wird getragen durch acht Spezifika: Große Kopfbedeckungen, weiße Kostüme,
kunstvolle Maskierungen, Farbsymbolik der Gesichter, Eckigkeit der Armbewegungen, akrobatische Körperhaltungen,
Leidenschaftlichkeit des dramatischen Gefühlsausdruck, spannungsreiche Kampfszenen.
Kathakali begegnete erstmals mir auf einer Reise durch Indien. In Kerala wurde ich Zeuge einer Aufführung, die
die ganze Nacht währte.
Während einer Gastprofessur von Prof. Kutty (Kalkutta/Indien) an der Justus-Liebig-Universität in Giessen
hatte ich die Möglichkeit drei Monate lang Grundlagen des Kathakali kennen zu lernen.
Der Unterricht fand täglich für eine Stunde statt.
Während des Unterrichts lernten wir Grundlagen wie Basisfußstellungen, die neun rasas
(Gefühlsstimmungen des Menschen), die mudras (Fingerstellungen) und ihre Verwendungen in den Hastas.
Dazu kamen Basisrhythmen, die sowohl getanzt wie gesprochen wurden. Außerdem studierte man einen
traditionellen Tanz.
Die neun Gefühlsstimmungen (rasas) wurden systematisch geübt und trainiert. Die Muskelgruppe um den Mund, die
Augenbrauen und die Augen wurden isoliert und einzeln bewegt.
Die Gesichtspartien wurden wieder zusammengesetzt und ergaben die neun rasas.
Die Augen beziehungsweise die Muskeln um die Lieder sollten immer eine gewisse Grundspannung haben,
so dass die Augen größer erscheinen. Mit dem Taktstock gab Prof. Kutty den Rhytmus vor, der sich von
langsam zu schnell entwickelte, währen dessen bewegten sich die Augenpaare von links nach rechts.
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